AI markierte einen historischen Bruch. Manche Menschen sahen darin eine neue Produktionsschicht. Manche sahen, wie sich die technischen Fesseln lockerten, wie zum ersten Mal der Abstand zwischen menschlicher Absicht und Ergebnis so kurz wurde. Und dann kamen die Schakale. Die tauchen bei jeder Zeitenwende auf. Eine neue Macht wird geboren, und sofort stürzen sie sich drauf. Sie versuchen nicht zu verstehen, was sie ermöglicht, welche alte Ordnung sie erschüttert, welches neue Terrain sie eröffnet. Die einzige Frage, die sie stellen: „Wie mache ich daraus eine Masche?”
Dann beginnen dieselben Sprüche: „Claude in 10 Schritten.” „Verdient Geld, während ich schlafe.” „10 Stunden Arbeit in 10 Minuten erledigt.” „Arbeitet an deiner Stelle.” „Bau das auf, Kunden kommen von allein.” „Ich habe mit AI eine Agentur aufgebaut.” „Null Aufwand, endloser Output.” Eine Ära bricht an, und diese Leute verkaufen Kurse. Ein Produktionsbruch geschieht, und sie erklären Spam-Taktiken. Die historische Reibung zwischen Mensch und Ergebnis löst sich auf, und sie produzieren immer noch Content darüber, „wie viele Posts wir pro Tag raushauen sollen.”
Das Problem ist nicht, dass sie Geld verdienen. Natürlich wird Geld verdient. Aber wenn dir so eine Macht in die Hände fällt und alles, was dir einfällt, automatisierte Mails sind, künstlichen Content auszukotzen, Kunden auszuquetschen, Fake-Produktivität und Gratisarbeiter-Fantasien — dann hast du keine Vision. Dann hast du nur Schakal-Instinkt. Denn du kannst AI nicht als Erweiterung des Geistes sehen. Nicht als Produktionsbruch. Nicht als Vehikel, um Absicht zu transportieren. Deine Vorstellungskraft reicht nur bis zu mehr Funnels, mehr Leads, mehr Automation, mehr Verkaufstricks. Die Technologie steigt, deine Vorstellungskraft sinkt.
Der wirklich widerwärtige Teil liegt genau hier. Ihr nehmt einen Bruch, der die Welt verändern könnte, und zieht ihn auf das Niveau eines TikTok-Hacks herunter. Ihr habt eine Druckpresse in der Hand und feiert das Drucken von Raubkopie-Flyern. Ihr habt einen Motor in der Hand und gebt mit einem Autoscooter an. Ihr habt eine neue Produktionsschicht in der Hand und dreht immer noch Videos über „wie es Kunden regnet.” Dann vermarktet ihr euch schamlos als Wegweiser der neuen Ära. Das ist Social-Media-Clownerei — drei Prompts auswendig lernen und sich als Prophet aufspielen, zwei Automationen zusammenstöpseln und Revolution verkünden, ein Dashboard sehen und glauben, die Zivilisation sei neu errichtet.
Das sind die Marketing-Huren der neuen Ära. Sie machen alles billig, was sie anfassen. Sie verwandeln jede Macht in Betrug. Sie degradieren jede Chance zu unterklassiger Bauernschläue. Sie heben Technologie nicht an; sie lassen sie betteln. Schlimmer noch: Sie ziehen auch den Horizont der Menschen nach unten. Wenn jemand AI sieht, sollten Fragen aufkommen wie „Welche Reibung verschwindet, welche Produktionsweise bricht zusammen, welche neuen Institutionen könnten entstehen” — aber diesen Leuten fällt nur ein: „Wie viel Content können wir raushauen, wie viele Mails können wir abfeuern, wie viele Kunden können wir auspressen, wie vielen Leuten können wir Kurse verkaufen.”
Das ist nicht bloß Gier. Das ist eine unterklassige Vorstellungskraft. Nicht mal Vorstellungskraft eigentlich — es ist Reflex. Marktreflex. Maklerreflex. Der Reflex von Fliegen, die auf den Gestank von Aas schwärmen. Das Aufregendste an der neuen Ära ist, dass menschliche Absicht zum ersten Mal mit so wenig Verlust in Produktion fließen kann. Wenn du das immer noch als „Claude in 10 Schritten”-Kurs verkaufst, hast du die Zukunft nicht gesehen. Du hast nur die Menge gesehen. Und als du die Menge sahst, hast du wieder dasselbe getan: geschrien, aufgehübscht, verpackt, verkauft. Denn du bist kein Gründer. Kein Hersteller. Kein Denker. Du bist nur ein Schakal der neuen Ära.